Was denkt ein Hund, wenn er verschenkt wird?

Ich denk mit Wehmut daran zurück,
als ich noch klein und niedlich war.
Man nannte mich "Das ganze Glück"
und krümmte mir kein Haar.
Stets hat ich frisches Wasser steh´n,
jeder wollte mit mir Gassi geh´n.

Man forderte mich zum Bellen auf,
bei jedem Klopfen oder Schellen.
Nun wurd ich größer und ich dachte,
dass ich dem Herrchen Freude machte.

Doch fand er´s früher schön und niedlich,
verbot er´s jetzt ganz unerbittlich.
Kein Bellen mehr, keine Freude zeigen,
kaum noch Zeit um Gassi gehen.
Der Freßnapf leer, kein liebes Streicheln,
oh Mensch, wie soll ich das versteh´n?

Ich störe hier, ich hindere da
und dann bald zu meinem Schreck:
"Der Hund muss raus, der Hund muss weg".
Und ehe man fängt an zu denken,
find ich mich wieder "zu verschenken".

Mein Herrchen, das ich so geliebt,
mich einfach einem anderen gibt.
Kein Wort, kein Tätscheln mit der Hand,
dafür ein dickes Stachelhalsband.
"Bei Fuß", "nicht hier" und "lass das sein",
Kommandoton, tritt mit dem Bein.

Was vorher ich nicht tun sollte,
das neue Herrchen gerne wollte.
Soll bellen, beißen und erschrecken,
er will sich hinter mir verstecken.

Nach ein paar Tagen meint er klug:
"Der ist mir gar nicht scharf genug".
Und ohne drüber nachzudenken,
bin ich schon wieder zu verschenken.

Mensch, was bist Du so gemein,
ich wollte stets ein Freund nur sein,
mit Dir durch Wald und Felder toben,
freu mich über kleines Loben.
Holt mich nun wieder ab ein "Neuer"
so bitt ich ihn: "Sei lieb zu mir,
mach aus mir kein Ungeheuer".

Mein Hundeherz, das wünscht sich nur und das für alle Tiere:
Mensch, Du solltest vorher denken,
damit wir niemals landen unter
"Zu Verschenken"!

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